Freitag, 28. Februar 2014

40 Wochen und Geburtsbericht

Ich komm mal ein bisschen aus meiner Babyduftwolke gekrochen und kümmer mich mal wieder um meinen Blog. Erst einmal vielen Dank an alle die uns liebe Glückwünsche gesendet haben! ;-)
Eigentlich hätte es hier noch einen 40 Wochen-Post geben müssen. Geboren wurde die Maus an 40 + 2. Am Termin hatte ich ab Nachmittag stärkere Wehen und mehr oder weniger eine schlaflose Nacht. Am Morgen von 40 + 1 ist der Schleimpfropf abgegangen aber der Muttermund war noch zu. An dem Tag war ich noch in der Geburtsklinik zur Kontrolle. In der Nacht zu 40 + 2 wurde es schon seltsam feucht. Meine Hebi meinte noch ich sollte vielleicht besser mal kontrollieren lassen ob das Fruchtwasser ist, aber ich hatte für mich eine geplatzte Fruchtblase immer kategorisch ausgeschlossen. Als ich aber nach dem Mittagsschlaf an 40 + 2 aufstand und meine Hose bis zu den Knien nass war, hab ich es langsam realisiert. Also erstmal die Hebi angerufen, dann den Mann und dann langsam fertig gemacht. Auf dem Weg in die Klinik habe ich mich dort angemeldet. Das CTG hat schon ordentlich Wehen angezeigt die ich auch veratmen musste, aber der Mumu war immer noch geschlossen. Also durfte ich dort erst einmal ein Zimmer beziehen. Immer mit einem Handtuch zwischen den Beinen weil das Fruchtwasser nicht schwallartig raus kam (wie so klassisch im Film immer dargestellt ) sondern kontinuierlich lief.
Ich war noch am diskutieren weil man mich an ein Dauer-CTG hängte und ich regelrecht Beklemmungen bekam, als mir eine Ärztin mitteilte das ihr das CTG nicht gefiel, die Herztöne wurden schlechter.
Wir (meine Hebi und ich) hatten mein Baby gebeten uns mitzuteilen wenn sie Hilfe benötigt und meint es nicht alleine zu schaffen. Ja wir hatten auch mit ein paar Tricks die Wehen angeschubst und meine Hebi hat mein Baby absichtlich einer Art Belastungstest ausgesetzt weil sie schon am Morgen von 40 +2 das Gefühl hatte das die Kleine auf stärkere Wehen gestresst reagiert. Jetzt war im CTG eindeutig zu sehen wie die Kleine auf die Wehen reagierte und es stand für mich jetzt außer Frage das sie Hilfe benötigte.
Im übrigen hätte ich ohne Wehen zwei Tage später sowieso in die Klinik gemußt und es hätte einen geplanten Kaiserschnitt gegeben. Es gab also nur die Option vorher noch Wehen zu bekommen. Meine Hebi meinte unmanipuliert hätte ich wohl noch eine gute Woche bis zum Geburtsbeginn warten müssen und so lange hätten mich die Ärzte nich warten lassen und so lange hätte wohl auch meine Plazenta nicht mehr mitgemacht. Der Doppler wurde mittlerweile auch zusehends schlechter. Die Wehen sanft zu beschleunigen war also der einzige Weg überhaupt den Versuch in eine spontane Geburt zu probieren. Das alles habe ich auch sehr vorsichtig und gut überwacht gemacht. Ich möchte ausdrücklich davor warnen solche Versuche allein und ohne erfahrene Hebamme zu unternehmen! Aus diesem Grund schreibe ich auch nicht detailliert was wir gemacht haben. Ich wurde sehr engmaschig von der Geburtsklinik betreut, von meiner Hebamme und ich hatte eine sehr gute Verbindung zu meinem Baby.
So spürte ich auch jetzt das die Ärzte Recht hatten und meine Kleine Hilfe braucht. Das schlechter werdende CTG war da eigentlich Nebensache. Ich willigte also dem Kaiserschnitt ein.
Das war am Dienstag, den 11.2. gegen 18.30 Uhr. Mein Mann hatte gerade die Klinik verlassen und holte den großen Jungen bei seinem Kitafreund ab um ihn zur Oma zu fahren. Wir beschlossen das das wichtiger sei und damit war klar das er bei der Geburt nicht dabei sein würde. Da ich ihn aber im Falle einer natürlichen Geburt sowieso nicht dabei haben wollte, war das nicht wirklich ein Thema für uns. Es ging jetzt alles sehr schnell und mein Mann traf wieder ein als ich gerade aus dem OP kam.
Gegen 19.45 Uhr wurde ich in den OP geschoben und plötzlich war ich doch sehr aufgeregt. Bis dahin war ich nämlich die Ruhe selbst. Aber jetzt hatte ich auf einmal das Gefühl mein Baby müsste schnell raus und ich bin erst beruhigt wenn ich sie gesund in meinen Armen halten kann. In Schnellversion wurde die Aufklärung gemacht, ich musste einige Papiere unterschreiben und dann bekam ich schon die Spinalanästhesie. Ich zitterte mittlerweile wie Espenlaub und kurz darauf wurde mir hundeübel und ich hatte das Gefühl umkippen zu müssen. Aber ich lag ja bereits angeschnallt auf dem Tisch. Mein Blutdruck ist total in den Keller gegangen, ich bekam etwas dagegen und dann wurde es schnell besser. Zu dem Zeitpunkt waren die Oberärztin und ihre Kollegin schon in vollem Gange, das hatte ich gar nicht mitbekommen. Es waren übrigens eine überschaubare Anzahl Menschen im OP und ich wußte wer sich hinter welcher Maske verbirgt und alle redeten mit mir. Eigentlich war es eine sehr nette Truppe, die meißten davon waren mir auch nicht mehr fremd. Kurz vor der OP hatte ich beschlossen die Diabetesberaterin die mich dort betreut hat mit hinein zu nehmen. Sie war mir in den Tagen dort sehr vertraut geworden und sie war wirklich eine ganz Liebe. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig denn sie kümmerte sich ganz toll um mich. Nicht nur medizinisch sondern auch menschlich.
Ich hatte mittlerweile ja nur eine Sorge und fragte ständig ob es meinem Baby gut gehe, ich spürte irgendwie das wir getrennt wurden, obwohl ja alles taub war. Endlich bestätigte man mir das und die Hebamme legte sie neben mein Gesicht. Dabei küsste mich meine Tochter und schaute mich mit großen blauen Augen an. Sie weinte kein bisschen, schaute ganz entspannt und fing an zu schmatzen so als wollte sie sagen "Du bist also meine Mama! Los ich hab Hunger!"
Diesen Moment werde ich nie vergessen, das war unbeschreiblich. Die Hebamme ging sie schnell fertig machen und ich heulte unaufhörlich. Alle versuchten mich zu trösten aber ich wollte gar nicht aufhören. Mir ging es ja gar nicht schlecht, im Gegenteil, ich weinte vor Glück und das war schön! Keine 10 Minuten später brachte man mir die Maus wieder, wir kuschelten und ich heulte und heulte. Mein Kind nicht. ;-) Das hätte so ewig weiter gehen können und ich bekam gar nicht mit wie ich wieder zugenäht wurde. Als wir dann wieder auf Station geschoben wurden, traf mein Mann ein und wir bezogen ein Familienzimmer. Ich lag in meinem Krankenbett und mein Mann neben mir im Doppelbett. Ich habe die Kleine noch angelegt und nach ca. einer Stunde wurde sie von den Kinderärzten abgeholt. Ihr Nabelschnurblutzucker war tatsächlich etwas zu niedrig und sie bekam eine Zuckerlösung. Sie blieb die erste Nacht auf der Neonatologie zur Überwachung, wurde mir aber aller paar Stunden zum stillen gebracht. Sie machte ihre Sache auch sehr gut und zuppelte was das Zeug hielt. Am Tag kam sie dann zu mir und wurde aller paar Stunden auf die Neo zum testen gebracht und in der darauf folgenden Nacht wieder umgedreht. Am Tag Zwei durfte sie dann entgültig zu mir und war auf der Kinderstation "entlassen".
Nachdem ich mich die erste Nacht nicht bewegen konnte und mein Mann mich "bedienen" musste, bin ich am nächsten Morgen aber gleich aufgestanden, habe mich gewaschen und bin dann fleißig rumgelaufen. Schließlich wollte ich mich ja um mein Baby kümmern! Am vierten Tag durften wir zwei dann auch schon nach Hause.
Auch wenn es letztendlich keine spontane Geburt geworden ist, muß ich sagen das ich die Geburt als schön empfunden hab und die Tage danach im Krankenhaus auch. Auch war sie durchaus selbstbestimmt. Ich bin froh nicht nach Leitlinien schon 3 Wochen früher einen KS gehabt zu haben! Sie hat ihren Geburtstermin selbst bestimmt, sie hat Wehen gespürt und wußte das sich was ändern wird und sie war reif. Reif für diese Welt! Damit meine ich nicht nur körperlich sondern vor allem seelisch. Sie war bereit dafür geboren zu werden und das merke ich jeden Tag. Sie ist ein sehr entspanntes Baby, mit einem gesunden Appetit.
Mit dem stillen klappte es von Anfang an sehr gut, aber da hatte ich vorher auch keine Bedenken. In der Nacht zum dritten Tag kam der Milcheinschuß und der wurde auch gut eingefordert. Die kleine proppere Maus hat von Anfang an einen guten Zug drauf gehabt. ;-)
Am Entlassungstag 4 haben mich dann voll die Heultage erwischt. Die gingen ungefähr bis zum 8ten Tag und waren ganz schlimm. Es ging dabei aber immer nur um ein Thema, mir ging das alles zu schnell! Ich wollte so gern noch einmal hochschwanger sein, die Kleine in mir strampeln spüren, den ersten Moment nach der Geburt erleben, sie das erste Mal anlegen, das erste Mal wickeln, mit ihr über den Krankenhausflur flanieren. Hach, das war alles so schön und nun schon wieder alles so lange vorbei und es würde nie wieder kommen. Der Gedanke machte mich sehr traurig und melancholisch. Und wenn ich mir dann meinen Sohn anschaue werde ich noch trauriger, war er nicht erst gestern auch noch so klein? Das geht mir alles ein wenig zu schnell und ich möchte jetzt gern ein bisschen die Zeit anhalten.
Meine Hebamme hat dann mit uns zu Hause noch eine Geburtszeremonie gemacht bei der die Kleine gebadet wurde und dann nass zu mir ins Bett gebracht wurde. Dort lagen wir dann stundenlang nackt, die Kleine hat gleich gesucht und gestillt und dann sind wir beide eingeschlafen. Das war noch mal gut fürs Bonding und ein toller Abschluss mit der Geburt! Danach habe ich langsam angefangen meine Nase auch mal aus dem Wochenbett zu halten.
Trotzdem darf die Zeit dieses Jahr etwas langsamer laufen! ;-)

Sonntag, 2. Februar 2014

39 Wochen

Das war die 39. Woche
Ich bin wieder zu Hause, was mir prinzipiell auch gut tut. Trotzdem habe ich natürlich täglich Untersuchungen und Termine, in der Geburtsklinik, beim Frauenarzt, Hebamme, Physiotherapie und andere Fachärzte. Ich schlucke täglich knapp 40 Pillen und Kapseln (Salz,  für die Nebenhöhlen, Fischöl, etc.), trinke knapp 3 Liter diverser Hilfsmittel (Himbeerblättertee, Gewürztee, Proteindrinks), mache 3 mal täglich Gesichtsgymnastik, bis zu 3 mal täglich "Bauchtanz", mindestens jedoch beim kochen oder bei starken Wehen und gehe mind. 2 Stunden spazieren, nehme jede Treppe die ich kriegen kann und gehe so oft wie möglich zu Fuß. Noch Fragen?
Um Wehen zu bekommen darf man ja nicht gestresst sein und ich gebe mir auch da größte Mühe. Klappt meißtens sogar ganz gut. Wenn ich irgendetwas nicht schaffe dann isses eben so! Aber gerade die Bewegung ist mir sehr wichtig und tut mir sehr gut! Die Ärzte und Hebammen im Krankenhaus haben sich immer gewundert wie agil und beweglich ich noch bin, trotz des enormen Bauchumfangs. (Ja, ich bekomme sogar noch meinen großen Zeh in den Mund, schmeckt aber nicht! ;-) )

Als ich Montag Abend, eine halbe Stunde nach Verlassen des Krankenhauses, meinen Sohn bei seinem Freund abgeholt habe (An dieser Stelle einmal ein ganz großes Dankeschön liebe Frau Nähkatz für Deine ständige Einsatzbereitschaft und die liebevolle Betreuung!), nach 3 Etagen Treppen steigen bekam ich plötzlich einen ganz argen "Bauchkrampf". 15 Minuten später das selbe Spiel noch einmal. Zu Hause angekommen Durchfall mit Totalentleerung (Sorry!) und dann ging das ca. 3 Stunden so weiter. Da dämmerte mir schon was das mit den "Krämpfen" auf sich hat. Leider hörte es dann auf einmal wieder auf. Ich hatte echt schon Hoffnung das es richtig los geht. Es war sehr heftig und ich hing auch mehr oder weniger die ganze Zeit in der Wanne oder in irgendeiner  komischen Haltung an diversen Möbelstücken, aber es war auch nicht unangenehm. Hinterher habe ich mich gefühlt wie nach einem tollen anstrengenden Workout. ;-)
Leider waren die Wehen den Rest der Woche dagegen nur Pillepalle. Zwar täglich da und auch deutlich heftiger als letzte Woche aber nicht mehr so schön wie die am Montag.
Ich möchte jetzt endlich  mein Baby haben, ich möchte das es los geht!!!
Ich kann die Ungeduld langsam nicht mehr von mir schieben. Dabei habe ich nie verstanden warum Frauen in den letzten Wochen so ungeduldig sind und ständig warten und nun bin ich selber so ungeduldig. Dabei geht es mir ja noch echt gut was meine Schwangerschaft betrifft, so wirklich beschwerlich finde ich sie nicht.
Dafür quälen mich andere Baustellen....Mein Faszialisparese ist die Hölle! Ist ja nicht nur die Lähmung, sondern die Geschmacksveränderung, nichts schmeckt mehr und die Schmerzen werden immer stärker.  Wie Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen, alles zusammen. Paracetamol hilft natürlich nicht die Bohne. Tagsüber ist es erträglich aber ab ca. 17 Uhr ist es der Wahnsinn. Die Nächte absoluter Horror. Trotz allem habe ich letzte Nacht 9 Stunden geschlafen!!! Mit kurzer Toilettenunterbrechung und kurzer Quälerei wegen der unsäglichen Schmerzen. Ich schlafe tatsächlich mit den Schmerzen wieder ein. Mein Körper sammelt wohl Kräfte für die bevorstehende Geburt und nimmt sich den Schlaf mit aller Macht. Auch tagsüber übermannt es mich immer wieder, zum Beispiel während der Physiotherapie.

Das Fruchtwasser wird immer weniger und das Kind ist besser tastbar. Die Gewichtsschätzungen relativieren sich langsam. Zumindest nimmt sie nicht mehr weiter in dem Maße zu wie in den letzten Wochen. Geschätzt werden momentan 3,8 - 4 kg. Ich bin guter Dinge das sich das nicht mehr drastisch erhöht. Ich wünschte mir ja das sie morgen käme. Morgen wäre ein guter Tag! Mein Mann muß diese Woche blöder Weise auf Dienstreise, da kommt sie dann bestimmt nicht.

Bauchumfang:
  129 cm  Hm, irgendwie schwankt das jetzt oder ich bin zu doof zum messen? Aber auch  meine Hebi hat jedes Mal etwas andere Maße. Vielleicht liegt es auch daran wie das Baby gerade liegt beim messen.

Zunahme seit Beginn der Schwangerschaft:  + 11,4 kg
Zunahme seit letzter Woche: dem letzten wiegen vor 14 Tagen: - 0,2 kg.
Das schwankt im Moment ständig und hat wohl eher was mit dem Wasser zu tun. Nach dem Nadeln ist es immer besser. Bekomm sie auch mittlerweile 2 mal die Woche.


Der beste Moment dieser Woche: 
Die Wehen am Montag.

 Ich vermisse: 
Ein bisschen Sicherheit und Unbeschwertheit, die Parese belastet mich doch sehr.

Heißhunger auf:
Nichts

 Wehwehchen:
Wasser

Ich freue mich auf:
Auf meinen Osteopathietermin nächste Woche, auf diese magischen Hände!


Hier wird auch gekugelt:  Steffi , Sandra, MandyThemamaYvonneAnna,

Hier wird schon gekuschelt: Sabrina Herzlichen Glückwunsch!