Donnerstag, 14. August 2014

Gelenkprobleme durchs Stillen

Zu dem Thema habe ich einige Mails und Nachrichten bekommen und da ich nicht jedem einzeln antworten kann, habe ich  mich entschlossen darüber einen Post zu schreiben. Eins vorweg, ich bin kein Humanmediziner und erhebe hier keinen Anspruch auf Richtigkeit. Ich schreibe nur meine Erfahrungen und Ansichten zum Thema nieder.
In der Stillzeit mit meinem ersten Kind hatte ich mächtige Probleme und bin lange Zeit damit nicht für voll genommen worden. Angefangen hat es mit Morgensteifigkeit, Anlaufsteifigkeit und dann kamen immer mehr Schmerzen. In den Füßen, den Schultern, ganz stark in den Hüften, aber auch in Händen, Ellenbogen und Knien. Als mein Sohn 4 Monate alt war, konnte ich mich kaum noch bewegen. Ich machte einen Termin beim Rheumatologen, allerdings bekam ich den erst ein halbes Jahr später. Auch meine Hebamme konnte mir damals nicht wirklich helfen. Gleichzeitig war mein Sohn immer sehr klein und zart, hatte zur U5 6,7 kg. Allerdings ist er auch, zwar nicht als Frühchen, aber für ihn zu früh per KS geholt worden und er hat lange lange gebraucht bis er in dieser Welt wirklich angekommen ist. Möglich also das darin auch die Ursache dafür lag. Knapp 7 Monate wurde er voll gestillt. Zu dem Zeitpunkt an dem bei mir körperlich gar nichts mehr ging, fing er an zu streiken. Es gab nur noch Theater an der Brust und auch abgepumpte Milch hat er ausgespuckt. Er hat ab diesem Zeitpunkt meißtens die Flasche bekommen. Nur Nachts wenn er verpennt war, hat er noch gestillt bis Papa die Flasche fertig hatte. Das wollte ich mir nicht nehmen lassen, denn ich war noch lange nicht so weit. Für mich war das sehr schwer denn ich wollte eigentlich mindestens 2 Jahre stillen. Aber ihm das ständig aufzuzwingen war auch nicht so dolle.
Den Termin beim Rheumatologen hatte ich dann 3 Wochen nachdem wir komplett abgestillt haben. Milch hatte ich allerdings noch ein paar Monate.
Um es ganz klar zu sagen, der Rheumatologe konnte keine Entzündungen feststellen und er meinte Stillrheuma gibt es nicht! Eine Woche später waren meine Beschwerden komplett weg (4 Wochen nach dem Abstillen). Ob das nun Stillrheuma heißt oder nicht, für mich stand fest das es mit dem stillen zu tun hatte.
Es hat mich lange auch nicht losgelassen und ich habe immer mal wieder darüber gelesen und  in den Jahren wirklich von vielen Frauen gehört/gelesen die diese Probleme hatten. Eine Hebamme hat dann mal das Thema Mangelernährung damit in Zusammenhang gebracht und das erschien mir logisch. In der Stillzeit ist der Nährstoffbedarf erhöht und bei mir durch meine Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Schilddrüse) sowieso. Dazu kommt das mein Sohn ein 24 Stunden-Baby war und ich tagsüber meißt nicht zum essen gekommen bin. Mein Mann hat ihn mir dann Abends zwar mal abgenommen aber er hat ja jede Stunde gestillt und dann 40 Minuten lang. So kam ich nicht zum kochen und habe total ausgehungert Abends ungesunden Kram gegessen. Also im Nährstoffdefizit war ich mit Sicherheit!
So war also in der jetzigen Schwangerschaft für mich klar, dieses Mal werde ich mehr auf meine Ernährung achten. Das habe ich ja bereits in der Schwangerschaft getan.
Weiterhin geben manche Quellen schlichtweg die Hormone an als Grund. Den erhöhten Prolaktinspiegel würde ich auch durchaus als Erklärung mit einbinden.
Ich habe mich zwar dieses Mal gleich mehr bemüht, habe aber trotzdem wieder Probleme bekommen. Die hatten so im 3., 4. Monat ihren Höhepunkt. Ich bin dann sehr schnell aktiv geworden und habe es tatsächlich in den Griff bekommen. Was also habe ich getan? Ich habe mich von unserer Heilpraktikerin behandeln lassen, diese hat kynesiologisch ausgetestet an was es mir fehlt, diese Mittelchen hab ich dann genommen. Diese sind nicht pauschal für jeden gleich, ich empfehle Euch also Euch einen guten Heilpraktiker zu suchen! Jede Familie sollte einen haben, der richtige ist Gold wert!
Außerdem nehme ich Weleda Aufbaukalk, Morgens und Abends. (Das sind zwei verschiedene Döschen!) Das Zeug hat ausserdem bewirkt das ich tolle starke Fingernägel bekommen hab, obwohl die in den letzten zwei Jahren sehr splittrig und brüchig waren! Allerdings kam diese Wirkung erst nach ca. 3 Monatiger Einnahme.
Meine Ernährung ist immer noch sehr Proteinreich und Kohlehydratarm und enthält möglichst viel grünes Blattgemüse (Spinat, Ruccola, Mangold, Feldsalat etc.). Grüne Smoothies waren der heiße Tip meiner Hebamme! Koffeinverzicht ist denk ich logisch in der Stillzeit, aber auch auf koffeinfreie Lightgetränke sollte unbedingt verzichtet werden! Othophosphorsäure entzieht dem Körper Kalcium! Cola light (und diverse andere Limonaden) verhindern die Aufnahme diverser gesunder Nahrungsbestandteile! Außerdem trinke ich persönlich keine homogenisierte Kuhmilch, denn so klein aufgespaltene Fettmoleküle die in den Blutkreislauf gelangen, können nicht gesund sein! Und Kalcium beispielsweise kann aus Gemüse viel besser verwertet werden als aus der Milch da Kalcium möglichst nicht mit Protein aufgenommen werden sollte, sonst wird es vermehrt im Urin wieder ausgeschieden! Brokkoli und Grünkohl sind übrigens tolle Lieferanten. Es kommt nicht nur darauf an was wir essen, sondern auch auf die Zusammenstellungen, die Mengen.
Auf Instagramm erwähnte eine junge Mama das sie wegen ihrer Gelenkprobleme in der Stillzeit Gelantine zu sich nehmen soll und futtert in rauhen Mengen Gummibärchen.
Was von diesen Dingen für Euch in Frage kommt, müsst Ihr nun selbst heraus finden. Belest Euch und findet den für Euch richtigen Ernährungsweg (der besteht ganz sicher nicht aus Schokolade und Keksen), ich denke das macht schon sehr viel aus. Und das man in der Stillzeit automatisch abnimmt ist eine Mär! Das betrifft vielleicht einen geringen Anteil an Frauen die sowieso  zum abnehmen neigen. Alle anderen können nicht einfach reinhauen wie die Scheunendrescher! Es geht hier nicht ums Hungern, sondern darum qualitativ hochwertige Nahrung zu sich zu nehmen. Auch ich habe in den Phasen während der Milchsteigerung immer Hunger und bin wie ein schwarzes Loch. Jedes Mal wenn ich vom Stillen kam, gings an den Kühlschrank. Dann heißt es zusammen reißen und das richtige essen. Diese Phasen geben sich wieder!
Dazu noch moderate Bewegung und genügend Ruhe. Stillen ist durchaus Schwerstarbeit für den Körper. Auch das Trinken (Wasser) nicht vergessen, vor allem bei dieser bei uns immer noch anhaltenden Hitze!
Ich habe es jetzt jedenfalls in den Griff bekommen und habe keine Gelenkprobleme mehr und meiner Biene schmeckts noch prima! ;-)
Gern könnt Ihr unter diesem Post diskutieren und von Euren Erfahrungen berichten! Wie gesagt das hier ist nur mein bescheidener Kenntnisstand ohne Anspruch auf Richtigkeit, ich lerne gern dazu! Es scheint genug Frauen zu geben die dieses Thema beschäftigt!
Und wer bis hierhin durchgehalten hat, dem danke ich  für´s lesen! ;-)



Kommentare:

  1. Ich stille nun schon mein 3. Kind und über 6 jahre fast durchgehend! Die Phasen der Gelenkschmerzen kenne ich auch,in meiner Familie gibt es jedoch Rheuma und Osteoporose,ich selbst konnte auch bemerken dass ich mit Eiweißreicher Nahrung einiges bewirken kann! Ich finde gut dass du es hier so ansprichst und deine Erfahrung teilst.
    Lg Claudia

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    1. Warum höre ich ständig von Frauen die diese Probleme haben und wenn ich einen Arzt drauf anspreche gucken die mich mit großen Augen an? So selten scheint das ja nun echt nicht zu sein!? Schön zu lesen das Du mit dem Eiweiß diesselben Erfahrungen gemacht hast! Das war ja schon in der Schwangerschaft mein Mittel der Wahl gegen Gestose!

      Ganz liebe Grüße Shiva

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    2. Die Qualität von Muttermilch ist immer gleich,egal wie deine Ernährung ist! Also ob du jetzt viel Fleisch oder viel gemüse ißt ist für die Muttetmilch egal! Was jedoch passiet ist ernährst du dich nicht gehaltvoll (Mineralstoffe,Vitamine...) baut dein Körper ab,ißt du zuwenig kann die Milchmenge sich reduzieren,da die Versorgung deines Körpers zuerst gewehrleistet sein muss...also so damit du Überleben kannst....( als wir noch Höhlenmenschen waren.war.dad.schon von Bedeutung!)
      Claudia

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    3. Hm, das hat mir meine Stillberaterin damals auch gesagt, aber warum wird dann ein Baby unter gleichbleibender oder sogar steigender MIlchmenge immer schwächer und stillt sich viel zu früh selber ab? Als Höhlenmensch wäre er dann verhungert!?

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    4. Nun ja das ist eine sehr individuelle Situation und müsste man sich genau anschaun! In der Regel stillen sich Kinder unter 1 Jahr so gut wie kaum von selbst ab,noch weniger vor dem Beginn mit Beikost.

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  2. Ich hatte beim ersten Kind auch solche Schmerzen. Beim Aufstehen in der Früh wars am Schlimmsten und ich konnte mich kaum bewegen. Es hat einige Monate gedauert und dann hat es sich langsam gebessert. Beim zweiten Kind hatte ich das überhaupt nicht. Ich hab mich da aber schon die ganze Schwangerschaft über sehr gesund ernährt und Schwangerschaftsyoga gemacht und auch nach der Geburt hab ich auf die Ernährung geachtet und regelmässig Sport gemacht. In der Stillzeit sind die Kilos übrigens nur so an mir geklebt, obwohl ich mein Leben lang immer eher untergewichtig war.
    LG Christina

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    1. Tja, woher kommt nur das Gerücht "In der Stillzeit kannst Du essen was Du willst, da purzeln die Pfunde!" Bei meinem ersten Kind bin ich da gnadenlos drauf rein gefallen! Dieses Mal bin ich schlauer! ;-)

      Ganz liebe Grüße Shiva

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    2. In der Stillzeit verbrauchst du um 200 kcal mehr,das ist für die meisten Mamis nicht viel,für andere extrem! Das man alles essen kann stimmt ja grundsätzlich,es sollte vielleicht heißen alles mit Maß und Ziel! ;o)
      Claudia

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    3. Da spielt bei mir leider wieder das Thema Stoffwechselstörungen mit rein. Die Rechnung mehr verbrauchen als zu sich nehmen bedeutet Abnahme funktioniert leider bei mir nicht mehr.

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  3. Hallo!
    Ja, jetzt wo ich das von dir lese, erscheint mir das logisch. Wer ernährt sich schon richtig gesund heutzutage? Meist hat man keine Zeit, Lust etc. Und wenn man stillt, dann gibt der Körper unheimlich viel ab, über Monate. Eigentlich logisch, dass ein Mangel entsteht.
    Danke für den Beitrag! ;)
    Viele Grüße
    Ulrike

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  4. Liebe Shiva,

    vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Bei mir ist es das erste Kind und daher kam Dein letzter und dieser Post wirklich zur rechten Zeit. Vielen lieben Dank dafür!!! Ich habe schon gedacht, ich spinne... Werde mir auf alle Fälle Deine Tipps zu Herzen nehmen und einiges ausprobieren. Vielleicht hilft ja auch bei mir etwas. Es wäre zu schön, aber besonders schön ist es zu wissen, dass ich nicht alleine bin.

    Liebe Grüße
    Mirja

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    1. Das bist Du nicht! Schön das Dir das schon mal weiter geholfen hat! ;-)

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  5. Hey Shiva,
    ich hatte schon mal kommentiert und dann war alles weg. Verfolge deinen Blog, da mein Söhnchen
    genausao alt ist wie deine Biene :-)
    Tja und ich habe auch Gelenkschmerzen ohne Ende, vor allem morgens nach dem Aufstehen
    und vor allem in den Fußgelenken......nur.........ich stille nicht ! Also woher kommt es dann?
    Meine Hebamme meinte (anfangs), das wäre hormonell, die Bänder wären alle weich usw.
    und würde sich mit der ZEit geben, najaaaaaaaaaaa aber nach 6 Monaten???
    Keinen Plan.......
    WÜnsch euch noch ne schöne Babyzeit.Dein Bienchen ist schon etwas weiter als mein Pampersrocker,
    der kam nämlich 6 Wochen zu früh auf die Welt!
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Hm, dann wohl doch das Prolaktin? Aber das ist ja mal interessant zu hören das es einer nicht stillenden Mutter genauso geht. Da wären die Hormone eigentlich die einzig logische Erklärung. An der Weichheit ist schon was dran. Ich habe nach meinem ersten Kind zwei Jahre gebraucht bis sich wieder alles so angefühlt hat wie vorher, ich war lange Matsch. ;-) Damit mein ich jetzt nicht die Figur!

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    2. Ein zu niedriger Prolaktinspiegel kann auch Gelekschmerzen verursachen,kommt vor allem auch bei Frauen im Wechsel vor,aber beim Stillen wird v.a. Zu beginn mit jedem Anlegen Prolaktin auageschüttet,ganz wichtig,denn je mehr Prolaktinspitzen im Blut (also je öfter man anlegt) umso mehr Milch wird produziert!

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  6. ..das kann ich voll und ganz unterschreiben! Und nun weiß ich auch, woher diese Gelenksteifigkeit kam!
    Seitdem ich nicht mehr Stille ist sie weg. Auch meine Bauchdecke schiebt sich endlich wieder zusammen, das war in der Stillzeit ein echtes Problem. Aber mein Frauenarzt hat mich darauf gebracht, das der Körper erst wieder in Gleichgewicht kommen muss...solange man stillt geht es nämlich erst mal nur ums Kind...die Mutter wird quasi "ausgebeutet"...ist ja ganz normal (das Wort ist irgendwie unpassend, aber irgendwie halt auch nicht...)

    Ich finde, so wie du das machst klingt das super!
    Ich für mich bin froh nicht mehr zu stillen, so schön es war, so sehr ich es genossen habe, ich habe endlich wieder meinen Körper wieder :-) Und kuscheln, inkl. reinkrieschen unter die Brust, das macht er noch heute, ich LIEBE die Nähe zu meinem Kind, auch ohne Milch in der Brust <3

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und das alles so wird/bleibt wie du es dir wünschst! Ich schiele doch noch manchmal ein wenig Wehmütig auf stillende Mütter :-)

    Und jajajajaaa...mein Blog liegt brach *seufz* Ich brauche Zeiiiiit...Zeiiiit ist das was fehlt :-) Die schenk ich gerade wenig bemessen lieber meinen Kids :-)

    Knuddler, Sandra

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    1. Ich muß mal ganz dumm fragen, woran merkt man denn ob die Bauchdecke zusammen ist oder nicht?

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  7. Danke für diesen Post, den ich jetzt erst entdeckt habe *ups* Zwar habe ich keine Probleme mit Schmerzen, aber deine Schubser hinsichtlich der Ernährung habe ich scheinbar echt gebraucht. Mir ist gerade klar geworden, dass ich in letzter Zeit wirklich viel zu wenig auf das WAS ich esse geachtet habe und einfach nur gegessen habe. Hast du vielleicht auch einen Tip (gern ein Buch), wo man sich ernährungstechnisch gut einlesen kann? Das mit der Milch zB wusste ich gar nicht (auch wenn ich weiß, dass Milch kein guter Calciumlieferant ist, finde ich es doch gut, nun das warum zu kennen).

    Liebe Grüße

    Nadja

    PS: Mir hat die Hebamme den Bauch abgetastet und so immer gewuss, wo meine Bauchmuskeln gerade sind.

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  8. Hm, vielleicht ein guter Einstieg zum Thema wäre diese Seite http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ !
    Liebe Grüße

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